Ja zu Rhein-Main, aber eigenes Profil der Region bayerischer Untermain schärfen

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Die Protagonisten bei der Regionalkonferenz in  Wörth ziehen  Resümee über 20 Jahre Aktivitäten der Initiative bayerischer Untermain.

Auf den Tag genau war es auch der zwanzigste Geburtstag der Initiative bayerischer Untermain, als am 23. die Regionalkonferenz im Wörther Schifffahrtsmuseum stattfand. Politik, Wirtschaft und Handwerk hatten damals einen Schulterschluss vollzogen, um wirtschaftlich voranzukommen. Am Schluss der Veranstaltung wurde die Entwicklung in einer Replik mit den verschiedenen Protagonisten beleuchtet und mit Prognosen für die Zukunft abgerundet. Ein Fazit, das auch in den Workshops eine zentrale Rolle spielte: Ein «Ja« zur Metropolregion Rhein-Main, aber mit einem eigenen, regionalen Gesicht und einer klaren Positionierung und Fokussierung auf die drei Gebietskörperschaften am nördlichsten Zipfel Bayerns.

Es läuft schon recht rund am bayerischen Untermain, wie Regierungspräsident Paul Beinhofer feststellte: «Das geschlossene Bewusstsein ist sicht- und spürbar«. Aschaffenburgs Oberbürgermeister Klaus Herzog sieht ein wichtiges Ziel im Vorantreiben des Technologietransfers und im Potenzial Bildung. »Wir müssen unsere Hausaufgaben selbst machen und dürfen nicht darauf warten, was Rhein-Main vorgibt«, so Landrat Ulrich Reuter, Verwaltungschef des Landkreises Aschaffenburg. Sein Miltenberger Kollege Jens Marco Scherf: »Wir müssen die Interessen der Region mit einer Stimme vertreten und schauen, wo der Hebel zur richtigen Weichenstellung sitzt«.

»Vernetzung« ist das Zauberwort, das schon im Vorfeld der Regionalkonferenz in einer Analyse der bereits vorhandenen Konzepte herausgearbeitet wurde. Die Diskussionsgrundlage wurde vom Büro Neuland aus den vielen teilräumlichen Fachplanungen zusammengeführt und in einzelne Punkte untergliedert. Damit hatten sich dann die Arbeitsgruppen zu befassen, die von den Themenfeldern «Interkommunale Zusammenarbeit« über »Mobilität und Verkehrsinfrastruktur«, »Arbeitsmarkt und Fachkräfte«, »Wirtschaftsförderung«, »Energie und Klima«, «Kulturlandschaft und Naturschutz«, bis hin zu »Seniorenpolitik und Gesundheit«, «Bildung«, sowie letztlich »Tourismus und Freizeit« reichten.

Bei der Vorstellung der Ergebnisse kristallisierte sich heraus, dass alle Themenfelder miteinander verwoben sind und ineinander übergreifen. Wo es beispielsweise eine gute Nahverkehrsplanung gibt, profitieren auch Industrie und Handwerk, Arbeitnehmer, Touristen, Gastronomie, kulturelle Einrichtungen, Schüler und Studenten wie auch Senioren vom Angebot.

Klaus Fischer, Geschäftsführer der Allgäu GmbH, klärte darüber auf, wie Entwicklung und Vermarktung von Tourismus- und Wirtschaftsstandort sowie die Marke Allgäu zentral unter einem Dach gebündelt wurden. Öffentlichkeitsarbeit, die nicht nur auf die Außenwirkung zielt, sondern die Menschen in der Region auf diesem Weg mitnimmt, sieht Fischer als starkes Mittel, um die Marke »Allgäu« zu einem festen Begriff zu etablieren. Eine Vernetzung innerhalb der Region, aber auch eine Kooperation über die Bezirks- und Landesgrenzen hinaus wertete er als wichtige Grundlage. Eine Evaluation, eine kontinuierliche Überprüfung der Maßnahmen und Konzepte sei unverzichtbar, um die Weiterentwicklung im Fluss zu halten und ein erfolgreiches Standortmarketing zu betreiben. »Das Allgäu ist mehr als Kühe und Berge«, so Fischer.

Nach Abschluss der Regionalkonferenz, die gut vier Stunden dauerte, waren sich die Teilnehmer beim Genießen regional produzierter und verarbeiteter Lebensmittel klar, dass der bayerische Untermain viel zu bieten hat und dies entsprechend vernetzt und in einer Kampagne mit kontinuierlicher Öffentlichkeitsarbeit vermarktet gehört. Der Strategieprozess wird weiter geführt und geht laut Regionalmanager Markus Seibel im Frühjahr mit einer weiteren Regionalkonferenz in die zweite Runde.

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