Katastrophenschutz gestärkt

Drei wichtige Bausteine für den überörtlichen Brand- und Katastrophenschutz im Landkreis Miltenberg wurden am Sonntag, den 19. Juni, in die Hände der Freiwilligen Feuerwehr übergeben. Im Beisein von Mitgliedern des Kreistags sowie der Bürgermeister Andreas Amend aus Altenbuch und Karl Josef Ullrich wurden drei weitere Bausteine für den überörtlichen Brand- und Katastrophenschutz beim Grillfest der Freiwlligen Feuerwehr Collenberg übergeben.

Den Schlüssel für einen neuen Unimog übernahm die Kommandantin der Freiwilligen Feuerwehr Altenbuch, Christina Hegmann. Der Unimog aus Bundeswehrbeständen, aufbereitet durch den Landkreis Miltenberg, dient dem Einsatz bei Waldbränden und Hochwasserlagen. Ein zweiter Unimog wird für die gleichen zwecke in Kirchzell stationiert werden.

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Der Feuerwehr Collenberg in Person des Kommandanten, Kreisbrandmeister Willi Lindner, wurde ein Mehrzweckboot für Einsätze auf dem Main übergeben, so zum Einsatz bei Ölsperren oder für Rettungszwecke bei Personenschiffen. Gerade letzteres wird aufgrund der touristisch bedingt stark zunehmenden Kreuzsschifffahrt ein bedeutendes Aufgabenfeld für die ehrenamtlich Tätigen bei Feuerwehren, THW und BRK.

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Im Rahmen einer bundesweiten Aktion werden Notstromaggregate aus Beständen der Bundeswehr verteilt, um im Falle eines längerfristigen Stromausfalls wichtige Infrastruktur am Laufen halten zu können. Hierzu erhielt die Freiwillige Feuerwehr Collenberg ein weiteres Aggregat.

 

 

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Hier ein Auzug aus meiner Ansprache am Sonntagmittag in Collenberg:

Dieses Grillfest hier in Collenberg ist ein guter Anlass für die verdienten Feuerwehrkameradinnen und –kameraden gemeinsam mit der Bevölkerung zu feiern. Die Bürgerinnen und Bürger bringen mit ihrem Besuch bei Ihrer FFW nicht nur zum Ausdruck, dass sie sich bei ihr wohl – und sicher – fühlen, sondern auch dass sie dieses ehrenamtliche besondere Engagement sehr zu schätzen wissen!

Werte Kameradinnen und Kameraden,

dieses Engagement weiß (hoffentlich) die Bevölkerung jederzeit zu schätzen, die Kreisverwaltung, der Kreistag und nicht zuletzt ich tun dies! Damit Sie Ihren Dienst tun können, und unserer Bevölkerung stets beistehen können, ist es sowohl für die Gemeinden für den örtlichen Brandschutz als auch für den Landkreis für den überörtlichen Brand- und Katastrophenschutz Verpflichtung, die gute Ausstattung unserer Feuerwehren zu gewährleisten.

Heute übergeben wir unseren Feuerwehren für Ihre vielfältigen Aufgaben einen Unimog und ein Mehrzweckboot. Aufgrund des Hinweises unseres Kreisbrandrates Meinrad Lebold hat der Landkreis Miltenberg von der Bundeswehr Gerätschaften für die Zwecke des Katastrophenschutzes übernehmen können.

Nachdem wir flächendeckend den Landkreis im Rahmen des Projekts „Leuchtturms“ mit Notstromaggregaten ausstatten konnten bzw. auch aktuell noch ausstatten, war es uns nun möglich, neben einem weiteren Aggregat für Collenberg auch zwei Unimogs der Bundeswehr zu übernehmen.

Einer der beiden Unimogs aus den Bundeswehrbeständen wird heute der FFW Altenbuch übergeben. Mit einem Aufwand von etwa 15 000 € hat der Landkreis ihn neu ertüchtigt, neben dem roten Anstrich gehörten dazu u.a. neue Reifen, eine neue Batterie und eben alles, was technisch die Einsatzfähigkeit gewährleistet.

Der Unimog ist – das ist auch die mir seit Kindesbeinen an bekannte Stärke des Unimog – enorm vielseitig einsetzbar. Der Landkreis Miltenberg beabsichtigt mit der Stationierung zweier dieser Unimog im Landkreis Miltenberg vor allem zwei Ziele:

  • Einsatz bei der Waldbrandbekämpfung, was auch die beiden Einsatzorte Altenbuch und Kirchzell als zentrale Orte im Spessart bzw. Odenwald erklärt.
  • Beim nächsten Einsatzzweck erschließt sich die Standortwahl erst beim zweiten Nachdenken: Materialtransport bei Hochwasserlagen. Hier ist die Stationierung in Höhengemeinden sinnvoll, da es um Unterstützung der von Hochwasser betroffenen Gemeinden geht!

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

Der Südspessart ist landschaftlich eine der schönsten Regionen Süddeutschlands, geprägt vom größten Mischwald Europas, dem Spessart mit den einmaligen Buntsandsteinklüften und dem Main. So wie der Wald die Gefahr des Waldbrandes in sich birgt, hat auch der Main sein Gefahrenpotential und damit besondere Herausforderungen, womit in diesem Fall nicht die Generationenaufgabe eines neuen Brückenschlags bei Kirschfurt mit Umfahrung ist, nein, in diesem Fall geht es um den Verkehr auf dem Main:

Wie erwähnt, der Main, das sind im Landkreis Miltenberg auch 60 km Bundeswasserstraße, die von Güterschiffen genauso intensiv wie von Personenschiffen genutzt wird. Auch hier stehen rund um die Uhr hunderte Ehrenamtlicher aus den Reihen der Feuerwehren, der BRK-Wasserwacht und der beiden THW-Ortsgruppen parat für den Notfall. Das heute zu übergebende Mehrzweckboot ist ein Bauteil der hierfür notwendigen technischen Ausstattung und trägt den Anforderungen der zunehmenden Personenschifffahrt Rechnung.

Mit der Beschaffung des Mehrzweckbootes „Faster 635 BK“ folgt der Kreistag im Beschaffungsprogramm 2016 dem Hinweis der KBI, dass im Flussabschnitt oberhalb der Schleuse Freudenberg kein Boot zur Verfügung steht, das geeignet ist z.B. Ölsperren zu schleppen bzw. im größeren Umfang Rettungseinsätze auf dem Main (Havarie von Kreuzfahrtschiffen….) zu bewältigen.

Die Fa. Nordland Hansa in Rostock bot zum damaligen Zeitpunkt ein neuwertiges Vorführboot (mit nur 16 Betriebsstunden) an. Hinsichtlich der Kenndaten wie Größe, Tragkraft, Leistung, Schub- und Zugkraft, Ausstattung mit Funk, Blaulicht etc. entspricht das Boot dem K-Boot vom gleichen Hersteller, das der Landkreis im Jahr 2010 für den Standort Obernburg beschafft hat. Das Boot verfügt über eine umfangreiche Ausstattung und hochwertiges Zubehör und wird von einem 140 PS starken Außenbordmotor angetrieben. Ebenso wurde für das Boot ein Trailer mit angeschafft.

Meine sehr geehrten Damen und Herren!

Aber egal ob Unimog in Altenbuch oder das Boot hier in Collenberg – es sind Menschen, unsere Kameradinnen und Kameraden, die diese Gerätschaften nutzen! Mein besonderer Dank geht an die Kameradinnen und Kameraden der FFW Altenbuch und Collenberg, die diesen Unimog und dieses Boot nicht nur übernehmen. Sie übernehmen nicht nur die Gerätschaften, sondern auch die Verantwortung für Wartung und Verwendung im Übungs- und Einsatzfall.

Ein Dankeschön stellvertretend an die Verantwortlichen, Kommandantin Christina Hegmann und Kommandant Willi Lindner.

Werte Kameradinnen und Kameraden,

mögen Ihnen diese Gerätschaften bei Ihren Einsätzen gute Dienste leisten. Und mögen Sie sowohl in den Übungen als auch im Ernstfall stets gut gerüstet ihren Aufgaben gerecht werden und immer unversehrt an Seele und Leib zurückkehren.

Dafür wünsche ich Ihnen das notwendige Quäntchen Glück und Gottes Segen.

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